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Bergstraße. Von A wie Alten-Pflegeheim St. Elisabeth, Bürstadt,
bis W wie Weiland Autokrane und Schwertransporte GmbH, Lampertheim:
Zehn Bergsträßer Unternehmen beteiligten sich an der zweiten Ökoprofit-Runde,
einem Projekt der Lokalen Agenda 21.
Die teilnehmenden Betriebe haben ein Jahr lang intensiv an
der Einrichtung eines betrieblichen Umweltmanagements
gearbeitet. Ziel: Kosteneinsparung auf der einen,
Verbesserung der Umweltauswirkungen auf der anderen Seite. Mit großem Engagement
wurden Energie und Ressourcen eingespart sowie das Abfallaufkommen und die Emissionen
reduziert, freut sich der Bergsträßer Landrat Norbert Hofmann (SPD),
der 2001 sich dafür eingesetzt hat, dass der Kreis Bergstraße - nach
der Stadt Wiesbaden - der erste Landkreis in Hessen war, der Ökoprofit durchführte.
Dem Bergsträßer Pionier unter den Landkreisen sind inzwischen
weitere in Hessen gefolgt.
Ein Novum ist auch, dass sich aus den vierzehn Bergsträßer Betrieben
der ersten Stunde zehn Firmen im so genannten Ökoprofit-Club zusammengeschlossen
haben. Der Verbund, der sich als echtes Netzwerk versteht, hat es sich zur Aufgabe
gemacht, an einer kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung zu tüfteln.
Schließlich soll die Teilnahme an Ökoprofit keine Eintagsfliege
bleiben.
Das ist ganz im Sinne des Landrats: Denn die Aufgaben des Umweltschutzes
und der nachhaltigen Entwicklung "sind nie abgeschlossen". Gleichzeitig
hoffen die Initiatoren - im Landratsamt laufen die Fäden beim Ökoprofit-Verantwortlichen
Michael Runkwitz (LFN; ehemals ARLL) zusammen -, dass sich noch möglichst
viele Nachahmer für Ökoprofit finden.
Die Ergebnisse der Ökoprofit-Runde 2002/2003 wurden in einer ansprechenden,
gut dreißig Seiten starken Broschüre zusammengefasst. Nachstehend
eine stichwortartige Übersicht der teilnehmenden Firmen und deren ganz eigener Ökoprofit,
sprich: "unsere beste Maßnahme", weitere durchgeführte Maßnahmen
und die dadurch erzielten Kosteneinsparungen pro Jahr. Gemein ist stets der Grundsatz: "Umweltschutz
aus Eigennutz":
Alten-Pflegeheim St. Elisabeth, Bürstadt:
stationäre Altenpflege mit über
90 Plätzen, ca. 80 Mitarbeiter, Träger: Caritasverband Darmstadt. Beste
Maßnahme: Bewegungsmelder im Speisesaal/Kontaktschalter in den Kühlhäusern.
Weiterhin: Auffangwannen für Gefahrstoffe, Sparperlatoren in Wasserhähnen
nachgerüstet, Sparbeleuchtung in Bewohnerzimmern. Einsparung: Energie/Emissionen:
19 097 kWh, Rohstoffe/Abfälle: 2000 kg, Wasser/Abwasser: 70
000 l, Kosteneinsparung insgesamt: 4093 Euro.
AWO Sozialzentrum, Bensheim:
stationäre Altenpflege und Betreuung, 107 Wohnplätze,
70 Mitarbeiter. Beste Maßnahme: wassersparende Perlatoren in allen Zimmern
und Toiletten. Außerdem: Ersatz der Glühlampen durch Energiesparlampen,
Erneuerung der Heizungsanlage. Einsparung: Energie/Emission: 12 650 Euro, Abfälle/Rohstoffe
500 Euro, Wasser/Abwasser: 1100 Euro, Ersparnis: 14 250 Euro.
Bensheimer Schlachthof GbR:
Die Metzgermeister Ralf Paulin und Norbert
Lulay teilen sich den 1996 in Betrieb genommenen Schlachthof. Pro
Woche werden rund
1000 Schweine und 70 Stück Groß-Vieh geschlachtet. Abnehmer:
Metzgereien, Gastronomiebetriebe im Umkreis von achtzig Kilometern.
Beste Maßnahme:
Wärmerückgewinnung aus der NH3-Kälteanlage zur Brauchwassererwärmung:
Statt das Kältemittel über einen Kühlturm herunterzukühlen,
wird die Abwärme über einen Wärmetauscher dazu benutzt,
um das gesamte Brauchwasser (60 Grad) aufzuheizen. Weiterhin: Wassersparperlatoren,
Enthärtung des Kühlwassers auf elektronischer Wasserenthärtung,
automatische Schalter an Kühlhaustüren, um Dauerbeleuchtung
zu vermeiden. Einsparung: Energie/Emission: 382 504 kWh, Rohstoffe/Abfälle:
4200 kg, Wasser/Abwasser 2500 Kubikmeter, Einsparung: 32 739 Euro.
GGEW AG Bergstraße, Bensheim:
Der 1986 gegründete Energie- und Wasserversorger
beliefert in Südhessen Bürger, Betriebe sowie öffentliche Einrichtungen
mit Gas und Elektrizität; in Bensheim ist die GGEW auch für die Wasserversorgung
zuständig, 110 Mitarbeiter. Beste Maßnahme: kraftstoffsparendes ECO-Fahrtraining
für den Fuhrpark (rund 50 Pkw und Lkw). Zusätzlich: Optimierung des
betrieblichen Abfallwirtschaftskonzepts, u.a. verstärkte Trennung der Fraktionen
durch neue Trennsysteme und verstärkte Motivation der Mitarbeiter. Einsparung:
Energie/Emission: 5000 l Kraftstoff (Benzin und Diesel), Rohstoffe/Abfälle:
20 Kubikmeter Restmüll; 7800 Euro.
Heilig-Geist-Hospital Bensheim:
Krankenhaus der Grundversorgung
mit zurzeit 168 Planbetten, angegliedert Kurzzeitpflegeeinrichtung mit
elf Plätzen, im Jahr
werden in den Haupt- und Belegungsabteilungen rund 6000 Patienten behandelt,
308 Mitarbeiter. Beste Maßnahme: Umstellung der zentralen, gasbefeuerten
Dampferzeugung für Warmwasserbereitung, Küche (Kochkesselgruppe), Sterilisatoren,
Heizung, Spülmaschine auf modernes Speicher-Ladesystem. Außerdem:
eingesetzte Reinigungsmittel werden nach Art und Menge hinsichtlich Umweltverträglichkeit
optimiert, Einführung einer vollständigen Verwertung medizinischer
Kunststoffabfälle. Einsparung: Energie/Emissionen: 120 000 Kubikmeter Erdgas,
Rohstoffe/Abfälle: 3600 kg Restmüll, Kostenersparnis:
25 200 Euro.
Hans Mayr GmbH & Co KG, Hirschhorn-Langenthal:
Herstellung von Spezialpappen
und Innen-Verkleidungsteilen für die Automobil-Industrie, 40 Mitarbeiter.
Beste Maßnahme: Herstellung einer speziellen, so genannten Pappen-B-Qualität
für bestimmte Teile. Des weiteren: Ölwechsel nur noch bei Bedarf (Intervall
verlängert sich von 1 auf ca. 5 Jahre), Optimierung des Wasserkreislaufs,
Rückdestillation von Lösungsmitteln in der Lackieranlage, Optimierung
der Verpackungsanordnung. Einsparung: Energie/Emission: 29 250 kWh, Rohstoffe/Abfälle:
18,8 t/102,8 t, Wasser/Abwasser: jeweils 287 000 l, Einsparung
insgesamt: 57 969 Euro.
Odenwälder Baumaschinen GmbH, Mörlenbach:
Handels- und Dienstleistungsunternehmen
für Werkzeuge, Baumaschinen und Geräte im Weschnitztal
und Odenwald, 47 Mitarbeiter. Beste Maßnahme: Senkung
des Stromverbrauchs durch Steuerung der Hofbeleuchtung (Zeitschaltuhr),
Steckerleisten an allen PC-Arbeitsplätzen
installiert, um gesamten Stromfluss zu unterbrechen, Ersatz
eines trägen
Nachtspeicherofens durch schnell wirkendes Heizgerät.
Außerdem: Entsorgung
von Papier/Pappe und Verwertungsstoffen neu vergeben, Zisternenwasser
für
die Maschinenreinigung statt Frischwasser am Ölabscheider
nutzen. Einsparung: Energie/Emission: 1430 Euro, Rohstoffe/Abfälle:
980 Euro, Wasser/Abwasser: 250 Euro, Kostenreduzierung um 2660
Euro.
Sparkasse Bensheim:
Finanzdienstleistungen aller Art, das Geschäftsgebiet
umfasst die Kommunen Bensheim, Einhausen, Lautertal, Lorsch, Zwingenberg sowie
die Lindenfelser Stadtteile Schlierbach, Winkel und Winterkasten, 422 Mitarbeiter.
Beste Maßnahme: Reduzierung des Energieverbrauchs: Optimiert wurde die
Gebäude-/Steuerungsleittechnik der Klimaanlage im Kundenberatungszentrums.
Zusätzlich: Ergänzung der Papierkörbe um Restmülleinsätze,
Umstellung der Reinigungsmittel auf umweltfreundlichere Produkte.
Einsparung: Energie/Emissionen: 570 000 kWh, Kosten: 57 000
Euro.
SurTec Deutschland GmbH, Zwingenberg:
Herstellung von Chemikalien
für die
Oberflächenbehandlung, 70 Mitarbeiter. Beste Maßnahme: Neuorganisation
der Lagerung von Produkten und Rohstoffen. Außerdem: Teilnahme der Mitarbeiter
am ECO-Fahrtraining, regelmäßige Strommessungen
zur Ermittlung von Reduzierungspotenzial. Kosteneinsparung:
Energie/Emission: 7189
Euro (ist gleich
der Gesamtwert).
Weiland Autokrane und Schwertransporte GmbH, Lampertheim:
Kranarbeiten,
Schwer- und Spezialtransporte, Maschinenumzüge, Arbeitsbühnenvermietung, 39
Mitarbeiter. Beste Maßnahme: Wirtschaftliches Fahren durch ECO-Fahrtraining.
Bei einem jährlichen Verbrauch von etwa 450 000 Liter Diesel ergibt sich
eine Einsparung von 22 500 Liter Diesel im Jahr. Außerdem: Umstellung der
Werkstattheizung von einem mit Heizöl betriebenen Wärmetauscher auf
Gas-Heizstrahler, Einbau von Durchflussreduzierungen in die Duschköpfe,
Erneuerung der Werkstattbeleuchtung. Kosteneinsparung: Energie/Emission:
17 800 Euro, Wasser/Abwasser: 78 Euro, insgesamt: 17 878 Euro.
- ul
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